PIMP DEIN RADWEG N°7 – SCHUTZKREUZUNG 4

Titelbild Roßdörfer Platz

KREUZUNG ROßDÖRFER PLATZ

Knoten-Roßdörferplatz_Pikto

Die Kreuzung am Roßdörfer Platz mit der Nieder-Ramstädter-Straße im Westen und Süden, der Teichhausstraße im Norden und der Roßdörfer Straße im Osten, ist eines der engsten Nadelöhre Darmstadts. An dieser Kreuzung trifft der Verkehr aus der Stadtmitte (Cityring im Westen), dem Norden (Martinsviertel) und dem Mühltal aufeinander. Die Roßdörfer Straße, als einzige der vier Kreuzungsarme mit Tempo 30 ausgezeichnet, ist nicht nur ÖPNV (Bus)-Trasse, sie wird auch als Parallelstrecke für die Heinrichstraße auf der Strecke Cityring-B26 verwendet und belastet zu Stoßzeiten so das Umfeld der Roßdörfer Straße im Woogsviertel. Es gibt eine doppelte ÖPNV-Straßenbahntrasse auf der Nieder-Ramstädter-Straße und eine Haltestelle für beide Richtungen am südlichen Knotenarm.

BESTANDSANALYSE

Durch die Priorisierung des Kfz-Verkehrs weist die Kreuzung eine Reihe von Sicherheitsmängeln auf. Das Layout der Kreuzung ermöglicht ein Fahren und Abbiegen mit hohen Geschwindigkeiten. Das führt zu einem generell höheren Unfallrisiko. Trotz der Enge der Nieder-Ramstädter-Straße pressen sich vier Kfz-Fahrstreifen zwischen die Haltestelle. Für Fuß- und Radverkehr bleibt nicht viel Fläche übrig.

  1. Bis auf die Roßdörfer Straße gilt an jedem Kreuzungsarm Tempo 50. Die Begrenzung auf Tempo 30 in der Roßdörfer Straße wird nicht über die bauliche Gestaltung wahrgenommen. Die Roßdörfer Straße ist nach Osten eine Einbahnstraße. Auch für den Radverkehr ist das Fahren auf dem ersten Teilstück östlich der Kreuzung nach Westen verboten.
  2. Durch die Überlagerungen von zu vielen Nutzungen wie Straßenbahn, ruhenden und fahrenden Kfz insbesondere auf der Nieder-Ramstädter-Straße, bleibt wenig Platz für andere Verkehrsteilnehmer. Es kommt zu Behinderungen des ÖPNV durch den MIV (motorisierte Individualverkehr).
  3. Für den Radverkehr gib es kaum regelkonforme Radverkehrsanlagen. Die einzigen vorhandenen Radfahrstreifen auf der Teichhausstraße sind kürzlich breiter markiert worden. Von dieser Straße aus kommend, mündet der Radfahrstreifen auf der Kreuzung in einen Fahrstreifen. Dies erzeugt bei Radfahrenden Streßsituationen, das Unfallrisiko ist hoch. Auf der Kreuzung selbst gibt es keinerlei geschützen Aufstellbereiche für Radfahrende. Die Sichtbarkeit auf Radfahrende ist mangelhaft.
  4. Für Fußgänger ist die Kreuzung trotz der überschaubaren Größe sehr unübersichtlich. Die Wege für Fußgänger sind lang. Der Geometrie der Nieder-Ramstädter-Straße geschuldet, wird beim Abbiegen in Richtung West-Süd und Süd-West schnell gefahren. Dies führt in Verbindung mit gemeinsamen Grünphase von Fußverkehr und Autos zu einem hohen Unfallrisiko.
Panorama

LÖSUNGSANSATZ

Die Umplanung umfasst folgende Maßnahmen:

  1. Gestalten einer kompakteren, übersichtlicheren Kreuzung.
  2. Minimieren der Abbiegemöglichkeiten des Kfz Verkehrs und damit Reduzierung des Unfallrisikos.
  3. Zur Minimierug der Behinderungen des ÖPNV wird die Nieder-Ramstädter-Str. zur Einbahnstraße nach Ost.
  4. Verkleinern von Eckradien führt zu geringeren Geschwindigkeiten von Kfz.
  5. Bereitstellung von geschützten Radverkehrsanlagen für jede Richtung
  6. Aufstellflächen für Radfahrende mit geringem Behinderungsrisiko für geradeausfahrende oder rechts abbiegende Radfahrende, befinden sich weit vor den Aufstellflächen für Kfz. So werden Radfahrende besser gesehen und so haben sie auch schnell die Querstraße (den Risikobereich) überfahren.
  7. Freies unsignalisiertes Rechtsabbiegen für den Radverkehr kompensiert mögliche Zeitverluste durch indirektes Linksabbiegen.
  8. Kürzere Wege für Fußgänger. Kürzere Einzelwege über die Fahrbahnen durch Reduzierung der Anzahl der Fahrstreifen. Die Gesamtlänge des Fußgängerrundumlaufs beträgt nach dem Umbau nur noch 80% der Länge im Bestand. Die Grünphasen für Fuß/Rad und Kfz an der Ecke Südwest sollten getrennt werden. Auch wenn der südöstliche Gehweg etwas schmaler geworden ist, so wird die restliche Fläche von Einbauten und parkenden Kfz freigehalten. Die den Gehwegen vorgelagerten Radwege wirken dabei wie schützende Puffer. Die Aufenthaltsqualität wird gesteigert. Zusätzliche Mittelinseln machen das Queren der Kreuzung für Fußgänger leichter.
  9. Mehr Flächen im Seitenraum mit Begrünungspotential
Knoten-Roßdörferplatz
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1 Kommentar

  1. Warum nutzt die Stadt Darmstadt denn nicht einfach die hier schon ausführungsreif vorliegenden Pläne? -oder muss erst noch ein Gremium gegründet und das OK des Stadtbauplanungsdezernenten (gibt den?) eingeholt werden? Ich habe Hoffnung, dass irgendwann der Knoten platzt und die Politik merkt, dass es mit kosmetischen Maßnahmen allein nicht mehr getan ist, nach dem Motto – Wir verteilen Aufkleber – „Fahrradfahren ist voll ok.“

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