PIMP DEIN RADWEG N°6 – SCHUTZKREUZUNG 3

Titel Frankfurter Rhönring

KREUZUNG FRANKFURTER STRASSE/KASINOSTR./RHÖNRING

Piktogramm Lage

Am 09.06.2020 kam es in Darmstadt an der Kreuzung Frankfurter Straße Ecke Kasinostraße/Rhönring zu einem Unfall zwischen einem Radfahrer und einer Straßenbahn. Der 80 Jährige Radfahrer starb Tage später im Krankenhaus. Die Kreuzung ist eine von vielen überdimensionierten und gefährlichen Kreuzungen Darmstadts, an denen der Autoverkehr priorisiert und beschleunigt wird, Fuß- und Radverkehr die Restflächen nutzen müssen und dabei ganz hinten anstehen. Es ist an der Zeit für eine weitere Umplanung einer solchen autogerechten Kreuzung zu einer Schutzkreuzung.

BESTANDSANALYSE

Durch die Priorisierung des Kfz-Verkehrs weist die Kreuzung eine Reihe von Sicherheitsmängeln auf. Das Layout der Kreuzung ermöglicht ein Fahren und Abbiegen mit hohen Geschwindigkeiten. Das führt zu einem generell höheren Unfallrisiko.

Fußgängerfurt
Insbesondere die nördliche Fußgängerfurt zeigt die komplizierten und langen Fußgängerwege im Gefahrenbereich.
  1. Insbesondere die freie Rechtsabbiegespur in der norwestlichen Ecke verleitet Autofahrer, beim Abbiegen hohe Geschwindigkeiten zu fahren. Mit Verkehrszeichen kann man an solchen Stellen mahnen und warnen, richtige #VisionZero geht jedoch über bauliche Maßnahmen. Wenn schnell gefahren werden kann, wird schnell gefahren. Eine hohe Geschwindigkeit wird auch beim Abbiegen von Norden nach Osten gefahren. Hier werden aus zwei Fahrstreifen einer. Dies führt dazu, dass beim Abbiegen „Kurzstreckenrennen“ gefahren werden. Für dieses Konstrukt wurde einst ein Radfahrstreifen auf dem Rhönring entfernt. An der südwestlichen Ecke ist zudem noch ein grüner Pfeil für den Kfz-Verkehr vorhanden, der ein Risiko für den Fußverkehr darstellt.
  2. Für den Radverkehr gib es kaum regelkonforme Radverkehrsanlagen. Die wenigen vorhandenen Radwege sind entweder deutlich zu schmal und verlaufen ungeschützt ohne Abstand u.a. neben Schwerverkehr. Auf der Kreuzung selbst gibt es keine geschützen Aufstellbereiche für Radfahrende. Die Sichtbarkeit auf Radfahrende ist mangelhaft.
  3. Die Führung für Fußgänger ist unglaublich kompliziert. Lange Wege müssen zurückgelegt werden, die Sicht auf den übrigen Verkehr ist sehr schlecht.

LÖSUNGSANSATZ

Die Umplanung umfasst folgende Maßnahmen:

  1. Gestalten einer kompakteren, übersichtlicheren Kreuzung.
  2. Rückbau von freien Rechtsabbiegern für den Kfz-Verkehr, Verkleinern von Eckradien.
  3. Bereitstellung von geschützten Radverkehrsanlagen für jede Richtung
  4. Aufstellflächen für Radfahrende mit geringem Behinderungsrisiko für geradeausfahrende oder rechts abbiegende Radfahrende
  5. Freies Rechtsabbiegen für den Radverkehr kompensiert mögliche Zeitverluste durch indirektes Linksabbiegen.
  6. Kürzere Wege für Fußgänger. Kürzere Einzelwege über die Fahrbahnen durch Reduzierung der Anzahl der Fahrstreifen. Die Gesamtlänge des Fußgängerrundumlaufs beträgt nach dem Umbau nur noch 72% der Länge im Bestand.
  7. Mehr Flächen im Seitenraum mit Begrünungspotential
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