QUESTION TIME N°6

Eigene Ampelschaltungen für den Radverkehr

Eigene Ampelschaltungen für den Radverkehr sind in den Topradfahrländern Niederlande und Dänemark Standard, weil sie ein wichtiges Element sind für die Vermeidung von Unfalltoten. Darmstadt fährt Rad hat bei der Stadt Darmstadt nachgefragt, wann wir in Darmstadt eine solche Einrichtung bekommen:

 

Nach der 2013 auch in Darmstadt erhobenen Studie „Unfälle zwischen abbiegenden Kfz und Radfahrern der Unfallforschung der Versicherer, sind zwei Drittel aller Unfälle Rechtsabbiegerunfälle (Kollisionen mit geradeausfahrenden Radfahrern und rechtsabbiegenden Kfz).
 
Die Aufmerksamkeit bei Kfz-Fahrern ist bei Abbiegevorgängen besonderes gefragt. Gerade die Gestaltung von Knotenpunkten sollte daher die Wahrnehmung der Verkehrsteilnehmer unterstützen. Ein, in dieser Hinsicht, defizitärer Ausbau von Kreuzungen birgt dagegen ein erhöhtes Risikopotential für Radfahrende.
 
Zum Beispiel:

  • Oftmals werden Radverkehrsfurten ohne Sicherheitsabstand zur Kfz-Rechtabbiegerspur geführt. Ein dadurch entstehender spitzer Winkel zwischen beiden Verkehrsteilnehmern unterstützt, dass Radfahrer bei Abbiegevorgängen übersehen werden (z.B. Landgraf-Georg-Str/Pankratius stadteinwärts).
  • Eine fehlende Erkennbarkeit von Radverkehrsanlagen (fehlende Rotmarkierung) senkt die Aufmerksamkeit unter den Kfz-Fahrern.
  • Und ein inkonsequentes Führen von Radverkehr (Straße/Bordstein/Duales System) verunsichert vor allem die Autofahrer.

Die oben erwähnte Studie empfiehlt daher eine vollständige Trennung dieser Risiko-Verkehrsströme durch eigene Ampelschaltungen für den Radfahrer.
 
Eine solche Einrichtung (zumindest mit einem entsprechenden Vorschaltgrün für Radfahrer) würde nicht nur Defizite der gebauten Infrastruktur kompensieren, und den Radverkehr beschleunigen. Sie schafft zudem Orientierung unter den Verkehrsteilnehmern und verringert Regelverstöße.
 
Wann können Radfahrende in Darmstadt mit einer Erhöhung ihrer Sicherheit durch eigene Lichtzeichenanlagen rechnen?

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