AUSBAU DES RADWEGENETZES

Was die Stadt Darmstadt wirklich tut

Als Reaktion auf die neusten Stickoxidmessungen des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) schließt der OB Fahrverbote für Dieselfahrzeuge aus. Trotz schlechtester Werte in Darmstadt. Als Kompensation investiere die Stadt in eine Infrastruktur für den Radverkehr.

Doch wie sehen diese Investitionen konkret aus? Was tut die Stadt wirklich für den Ausbau des Radwegenetzes? Das Darmstädter Echo hat diese Frage in diesem Artikel schon einmal gestellt und die Effektivität der Maßnahmen bemängelt.

Darmstadt fährt Rad ist der Frage ebenso nachgegangen. Das Planungsamt hält sich bei Nachfragen eher bedeckt. Die Webpräsenz der Wissenschaftsstadt zum Thema reflektiert in etwa den Zustand des Radwegenetzes der Stadt und informiert zwar über Fahrradstraßen jedoch hauptsächlich über Verhaltensregeln für Radfahrer und Abstellanlagen. Fündig wird man schlussendlich im stadteigenen Parlamentsinformationssystem. Damit Ihr nicht in die Tiefen dieser Datenbank eintauchen müsst, haben wir es getan. In der folgenden Tabelle (pdf)  stellt Darmstadt fährt Rad städtische Maßnahmen der letzten 5 Jahre zum Ausbau der Infrastruktur für den Radverkehr dar. Wir versuchen die Tabelle sukzessive zu ergänzen und aktuell zu halten:

++++++++Update 03-12-2017 +++++++++

Neuplanungen_2017-12-03

Die Tabelle zeigt, dass eine ganze Menge guter Pläne im Planungsamt vor sich hin schlummern. Die umgesetzten Maßnahmen der letzten fünf Jahre beschränken sich jedoch auf zwei Fahrradstraßen (obwohl ursprünglich alle Fahrradstraßen der 1. Prioritätsstufe schon längst hätten umgesetzt sein sollten), juristischen Maßnahmen (Aufhebung der Radwegebenutzungspflicht) und weißer Farbe für Radfahr- oder Schutzstreifen und ein versteckter Radweg in der Weststadt. Als Lösung des schwerwiegenden Luftreinhaltungsproblems in der Stadt bei weitem nicht genug.

Die Stadt muss endlich zeigen, dass sie es ernst meint mit der Förderung des Radverkehrs. Sie muss sich Ziele setzen wie z.B. ein festgesetzter Prozentsatz des Radfahranteils. Sie braucht ein Gesamtkonzept für den Ausbau eines Radwegenetzes. Ein Radwegenetz, das Lust macht aufs Radfahren und damit vor allem Noch-nicht-Fahrer aufs Rad holt.

Und die Stadt braucht dringend eine Öffentlichkeitsarbeit, die zeigt, dass es für den Umbau der Stadt keine Alternative gibt. Und eine Website, die ebenso Lust macht aufs Rad und die Radfahren als etwas verkauft, das nicht nur ein Sport ist, sondern eine alltägliche, normale Methode der Fortbewegung, die vor allem praktisch ist.

Am Ende sind es alleine die Städte, die am Hebel zur Verkehrswende sitzen. Darmstadt muss sich jetzt endlich entscheiden, wohin es will.

+++++++ ZUSATZ 09-08-2017++++++++

Eine Präsentation der Stadt Darmstadt über deren Haltung und Stand in Sachen Radverkehrspolitik findet sich – leider sehr versteckt – hier. (Sie schämt sich :-)) Dort das pdf Sachstand_Fahrradmobilität_BauA öffnen.

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