Greenpeace Kurzexpertise

Deutsche Städte investieren deutlich zu wenig in den Radverkehr

Greenpeace veröffentlicht die Kurzexpertise RADFAHRENDE SCHÜTZEN – KLIMASCHUTZ STÄRKEN – Sichere und attraktive Wege für mehr Radverkehr in Städten

Der Bericht zeigt einen Zusammenhang auf der Haushaltsausgaben für Radinfrastruktur, dem Unfallrisiko für Radfahrende und dem Radverkehrsanteil in deutschen Städten. Laut der Studie muß Deutschland deutlich mehr investieren, damit sicher Rad gefahren werden kann. Während die sechs größten deutschen Städte kaum mehr als 5 Euro pro Kopf und Jahr ausgeben, investieren Städte wie Amsterdam, Kopenhagen oder Utrecht seit Jahrzehnten ein Vielfaches dessen in sicheren Radverkehr.

Greenpeace hebt auch hervor, dass eine gute Infratruktur für Radfahrende nur durch eine Separierung des Radverkehrs vom motorisierten Verkehr funktioniert und somit mehr Menschen dazu einlädt, Rad zu fahren. Ein gesteigerter Radverkehrsanteil sorgt nach den Zahlen der Expertise zudem für mehr Sicherheit für Radfahrende.

 

Vergleich der Radverkehrsführung. LINKS: Der Radverkehr wird getrennt vom motorisierten Verkehr geführt. RECHTS: Typisch Deutsche Führung auf Radfahrstreifen. Mißbrauch des Radverkehrsanlage möglich. Unfälle durch aufgehende Autotüren möglich. (Dooring-Unfälle)

Autoren Kurzexpertise Radfahrende schützen –Klimaschutz stärken, Sichere und attraktive Wege für mehr Radverkehr in Städten: Marion Tiemann, Vito Avantario, Timm Kress. Vorwort: Mikael Colville-Andersen Grafiken u.a.: Timm Kress – Darmstadt fährt Rad

7 Kommentare

  1. Ich denke, mit dem Fahrrad zu fahren sollte jedermanns Sache sein. Allerdings ist es ein bisschen unpraktisch, wenn es regnet. Vor allem, wenn Sie zur Arbeit gehen, einen Anzug tragen.

    1. @darmstadtfaehrtrad sagt: Antworten

      Das kann jeder machen wie er will. Das es auch bei Regen geht, sieht man hier: http://www.copenhagencyclechic.com/

  2. Kronzeuge für die These, dass es eine kausale Verknüpfung zwischen Ausgaben für Radverkehrsinfrastruktur, Radverkehrsanteil und Sicherheit gäbe, ist der Vergleich mit Kopenhagen und Amsterdam.
    Da hat Greenpeace in Tabelle 3 gleich in mehrerlei Hinsicht geschludert: 1) die beeindruckend niedrigen Unfallraten beider Städte resultieren allein aus dem Umstand, dass dort die Radunfälle nur sehr mangelhaft erfasst werden. Dies betrifft insbesondere Unfälle mit Leichtverletzten und Unfälle ohne KFZ-Beteiligung.
    2) Der Modal Split von Amsterdam ist unter Weglassen des Fußverkehrsanteils berechnet. Mit dieser Methode käme auch Berlin aus dem Stand auf beeindruckende 21% Radverkehr.

    https://radunfaelle.files.wordpress.com/2018/09/zeitreihe-nl-vs-de.jpg

  3. kein Kommentar zu Herrn Schlüter?
    Es wäre schade, wenn eine ganz Kampagne auf falschen Annahmen beruht. Nach meinem Empfinden ist der Fuß- und Radverkehr in Amsterdam viel gefährlicher als z.B. in Darmstadt.
    Wenn das Gesetz nicht eingehalten wird, muss die Politik und dann die Polizei aktiv werden. Die vielen Ordnungswidrigkeiten sind Folge fehlender Polizeipräsenz, weshalb einige glauben machen zu können was sie wollen.
    Ein Poller-gesäumter Radweg wäre für mich der Horror. Warum pflanzt man stattdessen keine Bäume? So hätten Radfahrer bessere Luft, mehr Schatten und weniger Kollisionsmöglichkeiten. Die Anwohner danks auch.

    1. @darmstadtfaehrtrad sagt: Antworten

      Zum Schlechtreden von Statistiken: https://velocityruhr.net/blog/2016/12/25/postfaktisch/

  4. Die Zahlen mindestens für München sind in der Greenpeace-Studie nach Angaben der Stadt selbst zu gering angesetzt, dazu gab es Berichterstattung: https://www.sueddeutsche.de/muenchen/greenpeace-studie-muenchen-gibt-pro-kopf-euro-fuer-radverkehr-aus-in-berlin-ist-es-doppelt-so-viel-1.4108087 Demnach sind es mindestens 6,00 Euro pro Einwohner (statt der von Greenpeace angegebenen 2,30 €) , die München ausgibt. Städtische Haushaltspläne sind allerdings sehr unterschiedlich strukturiert und für Nicht-Haushaltsexperten nicht einfach nachzuvollziehen…

    1. @darmstadtfaehrtrad sagt: Antworten

      Greenpeace erwähnt die schwierige Vergleichbarkeit in der Expertise. Es bleibt jedoch lächerlich, dass München als Reaktion behauptet hat, es wäre bei der Förderung des Radverkehrs weiter als Kopenhagen, daher würde die Stadt weniger ausgeben als die dänische.

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